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Kunst - Konsum - Kommerz - Kreativität

 

Genialität unter den Promotionvideos großer Marken ist nicht unbedingt selten. Wer vergisst so schnell den geilen Trailer von Armani mit Ronaldo und  dem Zimmermädchen?! 

Und zunehmend geht es in die Richtung - natürlich, liebe KritikerInnen: der Kapitalismus...klar, aber wie schon in der Vergangenheit: er schafft Kapital, aber eben auch Kultur - und zunehmend geht es bei ästhetischen Spitzenprodukten manchmal weniger um den Namen und das Produkt (ja, auch das wieder so eine typisch profitmacherische Hinterhältigkeit!).

Schauen wir uns das aber an - genießen wir das ruhig und lernen davon. Vielleicht. Und nehmen wir´s mit Humor da, wo´s geht.

Dank an Fulvia Milton für die Anregung.

 

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Lars Eidinger und die Aldi-Ledertüte

 

Schauspieler Lars Eidinger hat eine Tasche designt, die aussieht wie die Aldi-Tüte von Günter Fruhtrunk, die aber 550 Euro kostet. Ist das jetzt eine gelungene Hommage oder ein elitärer Quatsch?

fragt Judith Brachem in MONOPOL vom 18.1.20 (https://www.monopol-magazin.de/lars-eidinger-aldi?slide=3).

In diesem Zusammenhang erfährt man - durchaus überraschend, dass das ursprüngliche ALDI-Design künstlerischen Ursprungs ist, nämlich auf das Werk "Progression Etude 1" des abstrakten Malers und Kunstprofessors Günter Fruhtrunk aus den 60/70ern zurückgeht: 

Günter Fruhtrunks Original
Günter Fruhtrunks Original

Was passiert aber, wenn diese Tüte im Originaldesign nun in einer auf 250 Exemplare limitierten Version aus Leder unter dem Siglum LE 1 erscheint?

Nicht mehr und nicht weniger als eine Art intermedialen Upcyclings, das auf den Fotos von Benjakon durchaus in einer neuen Qualität gegenüber dem Massenartikel  Plastikbeutel aufscheint. Und ganz Unrecht hat Eidinger nicht, wenn er in diesem Zusammenhang die Frage nach der "Ästhetik des Alltags" aufwirft.

An diesem Objekt allein ließe sich keine ernsthafte ästhetische Debatte aufhängen, denn der Medienwechsel in den Künsten (auch in der Produktion von Kitsch, Jeff Koons docet) ist nun eigentlich nichts wirklich Neues.

Und diese Präsentation des neuen Modells entspricht eher der aus den Medien und seinem Instagram-Account bereits bekannten performativen Bizzarerie des Schauspielers, der sich ja nicht auf diese Kunstform beschränkt. Und oft statt eines glamourösen Ambientes sich eher einer Ästhetik des Hässlichen bedient, was ja nicht unbedingt weniger werbewirksam sein muss.

Der "Shitstorm wegen Pose vor Obdachlosen-Schlafplatz" (https://www.deutschlandfunkkultur.de/550-euro-aldi-tasche-von-lars-eidinger-shitstorm-wegen-pose.2156.de.html?dram:article_id=468340) wurde ausgelöst  durch dieses gepostete Foto: 

 

Die getroffenen Optionen hinsichtlich des Produkts, des Designs und des kommerziellen Aspekts sind eine Sache. Mir bleiben hier vor allem Fragen offen nach eventueller Verletzung von Persönlichkeitsrechten, von hier allerdings nicht identifizierbaren Obdachlosen, weshalb nicht vorverurteilt werden sollte. Eine andere Frage betrifft Lars Eidingers Erklärung "Ich sehe mich in diesen Bildern selbst", ist das nun rein deskriptiv zu verstehen oder ein sozialkritischer Ansatz, ist das ehrlich, ethisch oder eine ästhetische Vereinnahmung von Armut? Und kann das denn so ein Foto überhaupt? Fragen, die wir nur sehr bedingt beantworten können. 

 

22.01.20                                                                                                                       Paul

Der Text von Serena Williams' Voiceover:

 

Wenn wir Emotionen zeigen, nennt man uns dramatisch. Wenn wir gegen Männer spielen wollen, sind wir verrückt. Und wenn wir von Chancengleichheit träumen, sind wir wahnhaft. Wenn wir für etwas einstehen, sind wir aus dem Gleichgewicht. Wenn wir zu gut sind, stimmt etwas nicht mit uns. Und wenn wir wütend werden, sind wir hysterisch, irrational oder einfach nur verrückt.

 

Eine Frau, die einen Marathon läuft, war verrückt. Eine Frau, die boxt, war verrückt. Eine Frau, die den Ball versenkt, verrückt. Ein NBA-Team  zu trainieren, verrückt. Eine Frau, die in einem Hijab antritt, ihren Stil ändert, einen Double-Cork 1080 landet oder 23 Grand Slams gewinnt, ein Baby bekommt und dann, verrückt, ja (wie verrückt ist das denn?!) auch noch wiedereinsteigt.

 

Also, wenn sie dich verrückt nennen wollen, gut. Zeig ihnen, was Verrückte bewirken können.

 

 

Rohübersetzung von www.DeepL.com/Translator

Entdeckt bei

Damit uns das Lachen nicht im Halse stecken bleibt, hier 2 Videos von Jay&Arya zum Thema Rassismus und Sexismus in der Werbung.

Zum Rassismus auf die Seite gehen: https://www.youtube.com/watch?v=lU313nydPXI

 

 

WERBEKAMPAGNE

Dieses Video (Kurzfassung) wird auf Facebook und Twitter kommentarlos zensiert - wegen der Message oder der Nacktheit? 

Das ZEITmagazin N°4/2018 präsentiert zur Berliner Fashion Week einen Kurzfilm und Fotos von Jonas Lindstroem (Kamera: Nicolai Niermann), Titel: „ES WAR GUT ABER DAS IST BESSER“. Ein Modefilm, auch wenn das nicht gleich auffällt. Die einzelnen Marken sind penibel im Journal aufgeführt. Der Film beschäftige sich „mit der Lebens- und Erlebenswelt junger Menschen unter 30“ und mit „Mode als Massenphänomen“.
Und die ästhetische Frage: Kunstfilm und/oder Modefilm?! Oder die gelungene Synthese?

In Revision etablierter kapitalismus- und konsumkritischer Perspektiven beschäftigen sich die Beiträge des Bandes mit der ästhetischen Stimulation, die seit der Mitte des 19. Jahrhunderts von der modernen Warenwelt und dem Massenkon­sum ausgeht. Zur Debatte stehen dabei der künstlerische Wert von Werbekampagnen, Lichtreklamen, Schaufensterauslagen oder Kaufhausarchitekturen ebenso wie die vielgestaltige Rhetorik des Markendiskurses und die literarische und bild­künstlerische Anverwandlung dieser Phänomene. Ergründet wird die eigentümliche Ambivalenz aus Abgestoßensein und Faszination, mit der nicht nur Individuen auf die allgegenwärtigen Verführungsangebote der Warenwelt reagieren, sondern mit der auch die Kunst in Moderne und Post­moderne die lebensweltliche Dominanz der Warenflut zu verarbeiten sucht - so der Verlag. Leseprobe: Klicken bitte.

 

Aktuelles Design-Thema: Nachhaltigkeit

zu kurz kommt dabei noch der Aspekt der Ästhetik

 

S.22

S.26

S.28

S.29

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