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Grubinger

 

 

Ein ultimatives Percussions-Highlight zum Abschluss des Bremer Musikfests 2022. Wie schon im Vorjahr bescherte Martin Grubinger auch diesmal auf dem Marktplatz der Hansestadt ein wahrhaft furioses Finale. Der Salzburger Schlagzeuger beginnt sein Spektakel mit einem dröhnenden Orkan an den aufgehängten Pauken im Bühnenhintergrund. Dann geht es auch gleich weiter mit einem großen Tutti der Bläser, der Gitarren, der Multitalente in der Rhythmusgruppe, Keyboard und Flügel nicht zu vergessen. Wobei im Laufe des dreistündigen Abends nicht nur der Bandleader immer wieder, sondern auch viele seiner Instrumentalisten zu beeindruckenden Soli aufspielen. Schlussendlich bei der Zugabe ein Trio mit Grubinger und zwei seiner herausragenden Schlagwerker, zu erleben im Video von Gennady Kuznetsov. 

Im Programm des Abends sind vorgesehen 

 

  • Maki Ishii: »Dyu-Ha« op. 46 für sieben Taiko Drums
  • John Williams/Martin Grubinger sen.: The Special Edition (Berlin Version)
  • Traditional/Fazıl Say: »Jovano Jovanke« (arr. Alexander Georgiev) und »Slow Belly Dance« (Ausschnitt aus dem Finale des Konzertes für Schlagzeug und Orchester op. 77)
  • Jaco Pastorius: »Teen Town«
  • Steps Ahead: »Trains«
  • Martin Grubinger sen.: »The Number of Fate«
  • Joe Zawinul/Martin Grubinger sen.: »Birdland«

 

Das Besondere an dem Schlagwerker Martin Grubinger junior - auch sein Vater ist Schlagzeuger, Komponist und Dirigent und oft stehen sie zusammen auf einer Bühne - das Besondere an dem 39jährigen ist, dass er sein Instrument -  eigentlich ein Instrumentarium aus mehr als zwei Dutzend verschiedenen Einzelinstrumenten von der Trommel übers Glockenspiel und Xylophon bis zur Zymbel und dem Gong - mit großer Energie aus dem Dasein am internationalen Orchesterrand befreit und zu etwas Grandiosem in der ersten Liga aller Instrumente gemacht hat und weiter macht, sowohl in den großen Konzerthäusern als auch mit den Orchestern der Welt. Er selbst drückt dies mit den Worten aus: "Das Schlagwerk gibt das Lebensgefühl unserer Zeit am besten wider." Und das nicht nur in "Funk, Fusion, Pop, Rock, Salsa, Tango, Samba", so zählt er auf, sondern auch zum Beispiel in "afrikanischer und zeitgenössischer Musik", wo "Perkussion die Klangsprache erweitern kann". Und so ist der Schlagwerker dann notwendigerweise ein Multitalent, anders als andere Solist*innen. Einen solchen, etwas jüngeren Kollegen konnten wir vor zwei Jahren bei den Kunstfestspielen in Herrenhausen in der Person von Johannes Fischer (s.u.) kennen lernen.

 

Und als sei dies alles, künstlerisch gesprochen, noch nicht genug, wurde auch dieses Jahr wieder dieses Schlusskonzert des Musikfests Bremen bei freiem Eintritt angeboten. Mit großzügigen Initiativen dieser Art, wie dem parallel dazu laufenden 5-Euro-Kinofest oder einem kostenfreien Zugang zu Museen und anderen Kulturstätten wäre dem Zugriff auf Kunst und Kultur von breiteren Kreisen der Gesellschaft sehr geholfen.

 

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