Ausstellung der nominierten Künstlerinnen und Künstler im HAUS DER SYRISCHEN KUNST in Bremen noch bis zum 6. Juni 2026:
Emel Aflak; Judy Machnok*; Julnar Shahhoud***; Kareem Al Khateeb**, Magd Sousou, Ola Abd Alkader, Rida Alahmar, Riham Alhaik, Sara Kanaa Al-Halabi, Tariq Safieh, Youmna Al Salakh
Einstimmig erkannte die Jury der Künstlerin Judy Machnok den ersten Preis für ihr Buch nach Nizar Kabbanis Gedicht Travellers/Reisende zu, der mit 3000 Euro dotiert ist. Der zweite Preis ging an Kareem Al-Khateeb für seine Serie: The visible / the invisible. Den dritten Preis erhielt Julnar Shahhoud mit der Zeichnungsserie A Symphony from a Restless Mountain (Eine Symphonie aus einem unruhigen Berg), jeweils dotiert mit 1000 Euro.
Judy Machnok, Travellers/Reisende
Kareem Al-Khateeb, The visible / the invisible
Julnar Shahhoud, A Symphony from a Restless Mountain
Judy Machnok erhielt den ersten Preis für ihr Buch Travellers nach Nizar Kabbani’s gleichnamigen Gedicht Travellers. Die Jury befand, dass ihre Arbeit künstlerisch herausstach und lobte das kontinuierliche Einhalten der Vorgabe des Mottos. Machnok verwendete selbst hergestellte handgeschöpfte Papiere, bei denen sie das Ausdruckspotenzial des Materials Papier sensibel erforscht. Dabei kombiniert sie Pigmente, Texturen und alternative Medien, um Werke zu schaffen, die ihre kulturellen Wurzeln und persönlichen Erfahrungen widerspiegeln. In ihrer künstlerischen Setzung und in den technischen Fähigkeiten erzielt sie eine hohe ästhetische Qualität, die sich aus allen Bewerbern heraushob.
Für ihr Künstlerbuch Travellers, (Auflage 1/3), wählte die Künstlerin sieben analoge historische Fotografien aus ihrer Geburtsstadt Hama in Syrien aus, die zwischen 1903 und 1982 aufgenommen wurden. Sie verweisen auf die wechselhafte Geschichte der Stadt, die von schweren Zerstörungen und Massakern heimgesucht wurde und symbolisch für das Land Syrien gelesen werden können.
Mit ihrem kleinen Büchlein schafft die Künstlerin ein Denkmal zur Mahnung an Menschlichkeit, damit verbinden sich auch Zuversicht und Sensibilität im Hoffen auf eine menschenwürdigere Zukunft.
Der Maler und Zeichner Kareem Al-Khateeb bekam von der Jury den 2. Platz für zwei sehr originelle Zeichnungen der Serie The visible / the invisible zuerkannt. Aus einem selbst gebauten Zeichensystem mit Koordinaten heraus operiert er auf dem Papier über Linien und Klebestreifen in den Raum hinein. Es geht ihm um das Sichtbarmachen von symbolischen Zeichen, die er aus dem Zustand des Unterbewussten in den Zustand des Sichtbaren/ Wahrnehmbaren überträgt. Dabei bezieht er sich sowohl auf eigene Erfahrungen als auch auf wissenschaftliche psychologische Referenzen.
Julnar Shahhoud erhielt den 3. Preis für die Zeichnungsserie A Symphony from a Restless Mountain (Eine Symphonie aus einem unruhigen Berg). Darin schöpft die Künstlerin aus ihren Erinnerungen an ihre Heimat, die sich im Laufe der Zeit verändern, langsam verwittern und sich neu formieren. Die Natur wird hier zum lebendigen Archiv und zur Quelle der Inspiration für farbige abstrakte Erinnerungslandschaften. Ihre Bewegungen und subtilen Veränderungen zeigen Muster auf, die an das menschliche Leben erinnern: Spannungen zwischen Fürsorge und Gewalt, Ausdauer und Zerbrechlichkeit, Ruhe und auch der ihr innewohnenden Bedrohung.
aus: Pressemitteilung
Und hier noch drei Künstler*innen mit ihren Arbeiten aus dem Kreis der Nominierten:
Ola Abd Alkader, Rida Alahmar sowie Riham Alhaik
Haus der Syrischen Kunst
Wachtstraße 27-29
Zugang Böttcherstraße/ Hoetger-Hof
28195 Bremen
Germany
+ 49 (0)421 178 89 91 14
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