17. 11.- 17. 1. 2018

Kleine Geschenkideen

HAZARs BLOG

                              Per Klick


 17. November 2017 - 17. Januar 2018 

wdrzeitzeichen_2015-11-12_augusterodinfr
MP3 Audio Datei 13.5 MB

Kurze viertelstündige Einführung WDR Radio

Am Anfang steht der Kopf des Mannes mit der gebrochenen Nase, an ihrem Ende die Gestalt des jungen Mannes, des Mannes der ersten Zeiten, wie Rodin ihn genannt hat. Der Homme au nez cassé wurde im Jahre 1864 vom ›Salon‹ zurückgewiesen. Man begreift das sehr gut, denn man fühlt, daß in diesem Werke Rodins Art schon ganz ausgereift war, ganz vollendet und sicher; mit der Rücksichtslosigkeit eines großen Bekenntnisses widersprach es den Anforderungen der akademischen Schönheit,... (R.M.Rilke, weiter im PDF) 

Der Mann 1.pdf
Adobe Acrobat Dokument 314.1 KB

Als Rodin diese Maske schuf, hatte er einen ruhig sitzenden Menschen vor sich und ein ruhiges Gesicht. Aber es war das Gesicht eines Lebendigen und als er es durchforschte, da zeigte sich, daß es voll von Bewegung war, voll von Unruhe und Wellenschlag. In dem Verlauf der Linien war Bewegung, Bewegung war in der Neigung der Flächen, die Schatten rührten sich wie im Schlafe, und leise schien das Licht an der Stirne vorbeizugehen. Es gab also keine Ruhe, nicht einmal im Tode; denn mit dem Verfall, der auch Bewegung ist, war selbst das Tote dem Leben noch untergeordnet. Es gab nur Bewegung in der Natur; und eine Kunst, die eine gewissenhafte und gläubige Auslegung des Lebens geben wollte, durfte nicht jene Ruhe, die es nirgends gab, zu ihrem Ideale machen. In Wirklichkeit hat auch die Antike nichts von einem solchen Ideal gewußt. Man mußte nur an die Nike denken. Diese Skulptur hat uns nicht nur die Bewegung eines schönen Mädchens überliefert, das seinem Geliebten entgegengeht, sie ist zugleich ein ewiges Bildnis griechischen Windes, seiner Weite und Herrlichkeit. Und sogar die Steine älterer Kulturen waren nicht ruhig... Nicht die Bewegung war es, die dem Sinne der Skulptur (und das heißt einfach dem Wesen des Dinges) widerstrebte; es war nur die Bewegung, die nicht zu Ende geht, die nicht von anderen im Gleichgewicht gehalten wird, die hinausweist über die Grenzen des Dinges. Das plastische Ding gleicht jenen Städten der alten Zeit, die ganz in ihren Mauern lebten: die Bewohner hielten deshalb nicht ihren Atem an und die Gebärden ihres Lebens brachen nicht ab. Aber nichts drang über die Grenzen des Kreises, der sie umgab, nichts war jenseits davon, nichts zeigte aus den Toren hinaus und keine Erwartung war offen nach außen. Wie groß auch die Bewegung eines Bildwerkes sein mag, sie muß, und sei es aus unendlichen Weiten, sei es aus der Tiefe des Himmels, sie muß zu ihm zurückkehren, der große Kreis muß sich schließen, der Kreis der Einsamkeit, in der ein Kunst-Ding seine Tage verbringt. Das war das Gesetz, welches, ungeschrieben, lebte in den Skulpturen vergangener Zeiten. Rodin erkannte es. Was die Dinge auszeichnet, dieses Ganz-mit-sich-Beschäftigtsein, das war es, was einer Plastik ihre Ruhe gab; sie durfte nichts von außen verlangen oder erwarten, sich auf nichts beziehen, was draußen lag, nichts sehen, was nicht in ihr war. Ihre Umgebung mußte in ihr liegen. Es war der Bildhauer Lionardo, der der Gioconda die Unnahbarkeit gegeben hat, diese Bewegung, die nach innen geht, dieses Schauen, dem man nicht begegnen kann. Wahrscheinlich wird sein Franzeico Sforza ebenso gewesen sein, von einer Gebärde bewegt, die, gleich einem stolzen Gesandten seines Staates nach vollbrachtem Auftrag, zu ihm zurückkehrte." (R. M. Rilke)

So ist jene Figur der Eva, die ursprünglich bestimmt war, über dem Höllentor zu stehen. Der Kopf senkt sich tief in das Dunkel der Arme, die sich über der Brust zusammenziehen wie bei einer Frierenden. Der Rücken ist gerundet, der Nacken fast horizontal, die Haltung vorgebogen wie zu einem Lauschen über dem eigenen Leibe, in dem eine fremde Zukunft sich zu rühren beginnt. Und es ist, als wirkte die Schwerkraft dieser Zukunft auf die Sinne des Weibes und zöge sie herab aus dem zerstreuten Leben in den tiefen demütigen Knechtdienst der Mutterschaft.

Immer und immer wieder kam Rodin bei seinen Akten auf dieses Sich-nach-innen-Biegen zurück, auf dieses angestrengte Horchen in die eigene Tiefe... (R. M. Rilke)

1884 beschloss die Stadt Calais, ein Monument zu Ehren von Eustache de Saint-Pierre und seiner Gefährten errichten zu lassen, und beauftragte 1885 Auguste Rodin nach Vorlage eines ersten Tonmodells mit der Ausführung einer Bronzeplastik. Ein weiterer Entwurf wurde noch im selben Jahr ausgeführt. Obwohl die Vorlage für den Guss 1889 bereitstand, konnte dieser wegen künstlerischer Differenzen und finanzieller Schwierigkeiten erst 1895 ausgeführt werden. Meinungsverschiedenheiten ergaben sich vor allem über die Frage des Standortes (nicht der Art des Sockels, wie aufgrund falsch interpretierter Aussagen Rodins seit Beginn des 20. Jahrhunderts vielfach angenommen wird). Seine ursprüngliche Idee war eine betrachternahe Aufstellung auf einem tiefen, aber eindrucksvollen Sockel. Als ebenbürtige Alternative schlug der Künstler unter Voraussetzung einer hinreichenden Freistellung des Denkmals einen 1,80 m hohen Sockel vor, womit er seitens des Komitees auf Akzeptanz stieß. Es muss darauf hingewiesen werden, dass Rodin nie eine ebenerdige Aufstellung im Sinn hatte, wie es häufig in der älteren Literatur propagiert wurde.[1]  (Weiter > PDF)

Bürger von Calais.pdf
Adobe Acrobat Dokument 385.5 KB

 Und so ist auch der Balzac. Rodin hat ihm eine Größe gegeben, die vielleicht die Gestalt dieses Schriftstellers überragt. Er hat ihn im Grunde seines Wesens erfaßt, aber er hat an den Grenzen dieses Wesens nicht Halt gemacht; um seine äußersten und fernsten Möglichkeiten, um sein Unerreichtes hat er diesen mächtigen Kontur gezogen,... (Rilke, weiter > PDF)

Balzac.pdf
Adobe Acrobat Dokument 310.6 KB

Das Original ist im Besitz des Musée Rodin in Paris, eine Kopie steht am Grab des Künstlers in Meudon. Die Plastik hat eine Höhe von 72 cm, besteht aus Bronze und wurde fein patiniert und poliert.

Das Werk wurde 1902 auf eine Höhe von 181 cm vergrößert. Die monumentale Version wurde zum ersten Werk des Künstlers im öffentlichen Raum.

Modell für diese Plastik, wie für weitere Arbeiten Rodins, stand der muskulöse französische Preisboxer und Ringer Jean Baud, der meist im Rotlichtmilieu auftrat und tatsächlich kein Intellektueller oder Denker war. Er war von Beruf Holzbauer aus Les Gets, als der er auch auf der schweizerischen 50-Frankennote von 1911 von Hodler abgebildet wurde. Die Plastik soll Dante Alighieri, den genialen Schöpfer der Göttlichen Komödie, darstellen. Durch Rodins lange Beschäftigung mit dessen Werk und so auch mit den Grenzen von Himmel und Hölle war der Bildhauer in eine schwere Existenzkrise geraten. Das Höllentor, ein aus Dantes Inferno entwickeltes Portal für das Musée des Arts décoratifs – ein Staatsauftrag der 1880 aufgegeben wurde – beschäftigte ihn bis an sein Lebensende. Er schuf dafür 186 Figuren, von denen einige auch frei standen. So auch Der Denker, der in starker Anspannung, muskulös und doch verinnerlicht über das Tun und Schicksal der Menschen nachsinnt. Dieses und viele weitere Werke Rodins waren wegweisend für die Moderne und verkündeten ein neues Zeitalter dreidimensionalen künstlerischen Schaffens. (Wikipedia)

"Das Höllentor"(La porte de l’enfer) kann wohl als eigentliches Haupt- und Lebenswerk Rodins angesehen werden. Rodin erhielt bereits 1880 vom französischen Staat den Auftrag, ein Bronzeportal für das neue Musée des Arts Décoratifs in Paris zu entwerfen. Der Entwurf gelangte nie zur ursprünglich fest geplanten Ausführung. Trotzdem arbeitete Rodin daran annähernd 37 Jahre weiter, bis kurz vor seinem Tod im Jahr 1917, wobei er viele Figuren aus ihrem ursprünglichen Kontext isolieren und zu eigenständigen Kunstwerken erheben sollte – das bekannteste Beispiel ist hierbei sicherlich "Der Denker" (Le Penseur).

Erst postum (1926) wurde der erste Bronzeguss des Höllentors angefertigt. Die ursprüngliche literarische Inspiration für das Werk war Dante Alighieris Göttliche Komödie; im Laufe der Be- und Überarbeitung befruchteten noch andere Werke, besonders Charles Baudelaires Die Blumen des Bösen, die Darstellung der verdammten Gestalten, die den existenziellen Kampf gegen die Hoffnungslosigkeit und Endgültigkeit des Todes führen.

Octave Mirbeau erklärte: „Rodin hat seine Phantasie frei laufen lassen […]. Diese gewaltige lyrische Komposition umfasst mehr als 300 Figuren, von denen jede eine andere Haltung oder Empfindung verkörpert, jede in einer gewaltigen Synthese eine Form menschlicher Leidenschaft, Pein oder Verfluchung zum Ausdruck bringt.“ (Wikipedia)

Der ewige Frühling

zählt zu den populärsten Werken Auguste Rodins und gilt als eines der großen Meisterwerke abendländischer Kultur.  Es zeigt den sinnlichen Akt zweier Liebender, die einander leidenschaftlich umgarnen. Der Titel des Werkes "Der ewige Frühling", geschaffen im Zusammenhang von Liebe und Leidenschaft zu Camille Claudel,  spricht für sich: Kraft der Liebe ist der Mensch imstande, sich immerwährend jung zu fühlen. Die Licht- und Schattenspiele, welche sich auf der Oberfläche beider Figuren ereignen, hauchen den Liebenden Lebendigkeit ein. Vermutet wird, dass Rodin einen Teil der Plastik für sein berühmtes "Höllentor", das als sein Lebens- und Hauptwerk gilt, entwarf.  (Produktbeschreibung)

(Musée Rodin, Web)

 

Presse/Medien

 

Fortsetzung
Artikel zur Rodin-Ausstellung
Kreiszeitung 21.11.17.pdf
Adobe Acrobat Dokument 2.5 MB

Kommentar schreiben

Kommentare: 0