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Eine unheilige Allianz von Angst und Schönheit

von Paul Kroker

 

Nein, es betrifft nicht das Künstler-Duo als Ehepaar. Hier geht es ausschließlich um die Kunst des norwegisch-deutschen Gespanns.

 

Wenche Burger-Nøstvold und Hans-Jürgen Burger stehen nun hier zugleich für eine Tradition, die bis vor ungefähr einem halben Dutzend Jahren, bis zur großen Ausstellung "Liebe, Kunst und Leidenschaft"t"in Köln 2008/09, eigentlich fehlte: Ausstellungen über Künstlerpaare wie Camille Claudel & Auguste Rodin, Frida Kahlo & Diego Rivera und Gabriele Münter & Wassily Kandinsky. Drei der bekanntesten Künstlerpaare weltweit...

 

 

 

 

 

 

 

 


 

Hans-Jürgen Burger

 

Begleiterscheinungen/ Kraftproben (Triptychon, 1998)

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„Unheilige Allianz von Angst und Schönheit“, wie es im Titel heißt, ist ein Begriff, den Hans-Jürgen Burger selbst vorgeprägt hat, als er über sich und seine „neue ästhetische Grammatik“ nachdachte, an der er seit den Siebzigern arbeitet. Er wolle im Umkehrschluss zu Michelangelo das im Marmor schlummernde Bild nicht herausarbeiten, sondern „in Schaublöcke pressen, in Rahmungen einschließen“ und ihm damit „neue Bedeutungsperspektiven“ erschließen.

Und wie geht das?

Burger verfolgt einen Stil, von dem – in anderem Zusammenhang und gar nicht unbedingt abwertend – Hanno Rauterberg in der „Zeit“ schrieb: „So malt man doch nicht mehr“. Und dennoch: So malen sie immer noch, die Älteren wie die Jüngeren! Die Väter des sogenannten kapitalistischen Realismus ebenso wie die Nachgekommenen. Denken wir nur an einen dieser Väter, den Leipziger Arno Rink, und seinen weltbekannten Sohn Neo Rauch.

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Hans-Jürgen Burger, Künstler aus Emstek im niedersächsischen Landkreis Cloppenburg, hat seine Kunst von der Pike auf gelernt. Von sich selbst spricht er als einem „Bildsüchtigen“, der die Welt „in Stücke schlagen und neu zusammensetzen“ will. Das ist ein Anspruch, ein Engagement, das man revolutionär nennen muss. Denn es weiß um den Grundsatz, dass vor dem Neuen die Zerstörung des Alten kommt.

HJ Burger arbeitet additiv, arrangiert seine Kompositionen seltsamer, mitunter alltäglicher, insgesamt aber surrealistisch anmutender Konstellationen, frei im Raum. So dicht und komplex, dass sich spontan gar kein höherer Sinn entfalten kann. Aufgrund eben dieser Sturmflut von Bildern und Eindrücken, einer geradezu figurativen Überladenheit, oft im Stil der Pop Art oder des Horror Comics, oft als Collagen. Ein Bombardement von Szenen und Motiven, das eine Entsprechung auf der Wort- und Bildebene im deutschsprachigen Theater, in den Stücken von Elfriede Jelinek und Heiner Müller, finden könnte.

Eine Bildintensität, die der metropolitanen Multimedialität unserer Gesellschaft sowohl entspricht als auch sie zugleich kontrakariert. 


Über die Vielfalt der verschiedenen Bildelemente in Burgers Arbeiten hier am Beispiel der "Wintermelancholie":

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Kommentare: 3
  • #3

    Horst (Mittwoch, 28 Oktober 2015 10:37)

    Die Bilder mögen sehr eindrucksvoll sein, doch was fange ich als Laie mit ihnen an? Wahrscheinlich sind sie nur fürs Museum gemalt.

  • #2

    Margrethe & Schorsch (Montag, 12 Oktober 2015 21:17)

    Inspirierend und zum Nachdenken und daei sehr vielfältige Weise interessant.

    Herzlichen Glüchwunsch zu Euerer gelungenen Webseite,

    Margrethe und Schorsch.

  • #1

    Feingeist (Samstag, 10 Oktober 2015 23:52)

    Sehr geehrtes Künstler-Ehepaar,
    sehr geehrter Herr Kroger!

    Nachdem ich zufällig über Nebenwege auf diese Webseite -"Eine unheilige Allianz von Angst und Schönheit" (Paul Kroker) gestoßen bin, möchte ich gerne einiges dazu anmerken:
    Es hat mir gut gefallen, dass in einem wohltuend überschaubaren Text mit einfachen und verständlichen Worten zusammengefasst wird, was das Künstler-Ehepaar inhaltlich mit seinen Bildern dem Bildbetrachter vermitteln möchte. Zu den schwarz-weiß Zeichnungen von Herrn Burger: Sicherlich wird hier die Welt nicht gleich in Stücke geschlagen, sondern der Künstler wählt überwiegend aus der medialen Bilderwelt und seinem sozialen Umfeld den "autonomen Menschen der Moderne" - das Menschenbild der Neuzeit. Die Art und Weise der bildnerischen Ausführung - im Detail und seiner Ganzheitlichkeit- wirkt sehr ästhetisch und reizvoll. Es ist einfach die hohe Schule der Grafik. Aber damit allein wird man den Werken des "bildersüchtigen Künstlers" Burger wohl nicht gerecht. Die vielfältig präsentierten figürlichen Darstellungen - verschiedene Charaktere mit unterschiedlichen Posen, Attributen. Formverbindungen usw., sollen neben ihrer körperlichen Befindlichkeit auch auf ihre psychische (innere) Befindlichkeit hin gedeutet werden. Evtl. mit Hilfe der Erkenntnistheorie bzw. philosophisch betrachtet? ... Ein Versuch sollte es wert sein!

    Mit freundlichen Grüßen
    aus dem Land der unbegrenzten Möglichkeiten



 

 

 

 

 

  


  Wenche stellt vor:



das Künstlerpaar

 

 

 

 

 

 

 

Wenche Burger-Nøstvold

 

KREUZ MIT GEDANKENSTEINEN

 

Materialbild aus: Sand, Erde, Steinen, Rindenholz,

dünner Teppich aus Lerchennadeln, Blumensamen,

unbelichteter Film, Naturfarben 

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Wenche Burger-Nøstvold, auch sie schon ganz früh in und mit der Kunst aufgewachsen und ausgebildet in Norwegen und Norddeutschland, bestimmt die Inspirationsquelle ihrer Arbeit quasi komplementär zu Hans-Jürgen. Sie beschreibt seine Arbeitsweise so: „Jürgens Bilder beziehen sich auf Fläche - Außenzeit - Zeitgeschehen.“

Ihr Zugang dagegen komme eher von innen, von den Kräften und Regungen der Seele und des Herzens, aber auch denen des Kopfes. Oder in ihren eigenen Worten: „Die Inspirationsquelle meiner Arbeiten bezieht sich fast immer auf eigene Erlebnisse! Es ist ein Wandern durch meine eigenen inneren Welten. Innenzeit. Zeitlos.“

Und immer wieder – gegenüber der urban eingefärbten Grundstimmung der Bilder ihres Partners – eine ganz starke Bindung an die Natur. Dazu passt auch die deutlich sinnlich ausgeprägte Dimension ihres Arbeitens.

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Auch Wenches Werke durchzieht das im Titel angesprochene Motiv von Angst und Schönheit. Auf der einen Seite Unsicherheit und Unruhe,  die Auseinandersetzung mit Schmerzen und Schmerz, auf der anderen gerade im Akt der ästhetischen Schöpfung das sich Herausbilden einer künstlerischen und menschlichen Ich-Stärke. Das persönlich Erlebte und das Unbewusste, das bewegt, bedrängt, stimuliert, dem ästhetischen Korrektiv der formbestimmten Präsentation unterworfen, erhält so den Wert des Kunst-Stücks.

So manifestiert sich dies in dem Bild „Mein Seelen-Priester“. Dazu die Künstlerin: „Der Priester muss erst auf dem Bild gesucht werden, er ist umgeben von kräftigen Farben und Formen. Es ist der Priester in mir, mein Wegbegleiter, auf den ich mich verlassen kann.“

Bei der Betrachtung ihrer Arbeiten, insbesonders auch ihrer Materialbilder, wird klar, dass Wenche Burger-Nøstvold dort zu beeindruckender Kunst aufläuft, wo sie es versteht, sich ins eher Unbestimmte, auch Abstrakte zu verlieren oder besser: zu vertiefen. Und Phantasieräume zu eröffnen. Beispielhaft in ihrer Installation „Unruhiger Schlaf“, die den, der diese Zeilen schreibt, zum einen thematische Affinitäten zu Louise Bourgeois ausmachen lässt, zum anderen der Chromatik wegen an bestimmte Lichtinstallationen von Olafur Eliasson erinnert. Von solchen Bildern kann ein Sog ausgehen. Faszinierend und unwiderstehlich. 

 

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Wenche N-B. Unruhiger Schlaf.pdf
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Kommentare: 2
  • #2

    Margot Bischof (Sonntag, 18 Oktober 2015 14:35)

    Liebe Wenche, lieber Jürgen,
    herzlichen Glückwunsch zu eurer gemeinsamen und eindrucksvollen Internet-Präsentation.
    Bei aller Verschiedenheit eurer Themen, Techniken und des Ausdrucks, die ja durchaus in einem Kontrast zu einander stehen, glaube ich doch, Verbindendes bei euren Arbeiten erkennen zu können. Sehnsüchte, Gefühle und Ängste spiegeln sich in euren Arbeiten wider. Der Phantasie freien Lauf und der Kreativität viel Raum zu geben, ich denke, das gelingt euch auf wunderbare Weise. Die Ausdruckskraft des Geistes fließt sichtbar mit ein.
    Wobei deine Arbeiten, liebe Wenche, wohl mehr einen biographischen Charakter aufweisen. So habe ich es jedenfalls deinen Aussagen über deine Malerei entnommen. Alles in allem sind eure Werke für mich von hoher künstlerischer Qualität. Macht weiter so.

    Liebe Wenche

    deine Freundin Margot

  • #1

    Feingeist (Montag, 12 Oktober 2015 20:24)

    Sehr geehrte Frau Nöstvold,

    nachdem ich mich bereits schon vor einigen Tagen mit den Schwarz-Weiß-Zeichnungen
    ihres Mannes beschäftigt habe, möchte ich heute noch einmal zu ihren Arbeiten etwas schreiben:
    Text zu "Wenches Werke", den ich mehrmals gelesen habe, ist sehr informativ und gleichzeitig sehr einfühlsam bzw. liebevoll geschrieben. Da hat man sich die Mühe gemacht, nicht nur die Kunstwerke, sondern auch die Persönlichkeit und Wesenszüge der Künstler mit einzubeziehen.

    Zu ihren künstlerischen Arbeiten: Der Zugang fällt mir hier etwas leichter als bei ihrem Lebenspartner H:-J. Burger (vgl.Text: Bildbezug= Außenzeit/soziale Außenzeit). Ihr Mann beobachtet und analysiert die Außenwelt analytisch sehr genau, und wählt dann erst das aus was seiner Vorstellung entspricht bzw. interessant erscheint. Demzufolge: Nur das Ungewöhnliche haftet, beschäftigt u. drängt nach Erkenntnis... Beim Betrachten ihrer Materialbilder stellten sich unmittelbar Assoziationen an meine eigene Kindheit ein: Flusssteine, Sand, Lehm, Ton, Weidenrinde... Sehr ansprechend empfinde ich das Werk "Kreuz mit Gedankensteinen". Das Kreuz als Zeichen des Christentums in versch. Größen und Materialausführungen ist wohl vielen Christen bekannt, aber das Kreuz in der vorliegenden Gestaltungsweise -eingebettet in ein materialhaftes Umfeld- empfinde ich als eine sehr gelungene wirkungs- und ausdrucksstarke Komposition. Die Wirkung des Kreuzes wirkt nicht kalt-abweisend, sondern es spricht unmittelbar meine Sinne an. Möchte nur wissen, wie Sie auf die Idee gekommen sind, die vertikale Linie des Kreuzes, die auf den Himmel deuten lässt, mit einem Stück Film zu verlängern - das ist wirklich genial -; Na ja, so sind sie halt die Künstler! Wenn man wie Sie, die Idee, Phantasie ,Kreativität und den gestalterischen Willen aufbringt, das "Kreuz" - welches bereits im Jahr 431 n.Chr. durch das Koncil von Ephesos offiziell als christliches Zeichen eingeführt worden ist - so einfühlsam zu gestalten, dann mangelt es ihnen wirklich nicht an der notwendigen künstlerischen und menschlichen "Ich-Stärke".

    Für Ihre Ausstellung wünsche ich ihnen beiden viel Erfolg und Resonanz

    Mit freundlichen Grüßen
    aus dem Land der unbegrenzten Möglichkeiten

Presse und Medien



21.10.2015

Zum Videokonferenzraum: https://webconf.vc.dfn.de/vile


Zum ViLE-Forum: http://forum.vile-netzwerk.de/viewtopic.php?f=85&t=673


Termine:

Online-Vernissage am Freitag, 23.10.2015 um 16:00 Uhr

Termin für techiktest wird noch bekannt gegeben.

Anmeldung bitte an E-Mail: info@zawiw.de

weiter: klicken

                                                                                                                                        22.09.2015