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Fotografie als Kunstform musste und muss sich immer wieder neu erfinden und beweisen. Wie überhaupt alle Künste. Die Street Photography hat es da vermeintlich besonders schwer, da in unserer Zeit der Selfies Schnappschüsse Dutzendware geworden sind. Die Entgrenzung der Fotografie zu einem Massenphänomen entspricht durchaus einer Form der Demokratisierung ästhetischer Betätigung, einer Annäherung an eine Kunstform in Verbindung mit Technik und ist so ein unverzichtbarer Bestandteil unserer Cyborg-Realität.

Aber das ist auch durchaus im Sinne der Frühromantik eines Novalis: "Jeder Mensch sollte Künstler sein. Alles kann zur schönen Kunst werden". Ein Statement, das in den 1960er Jahren von Joseph Beuys auf die berühmte Formel gebracht wurde: "Jeder Mensch ist ein Künstler", wobei sich sein Blick konzentriert auf die allen Individuen innewohnenden Möglichkeiten, sich kreativ zu betätigen. 

Wobei wir wieder bei der Realität aktuellen Fotografierens sind und bei der Bilderflut in den Sozialen Medien, im Internet sowie in den Archiven der Computer und Handys. Professionelles wie privates Interesse scheint geradezu zu verlangen, alles fotografisch festzuhalten, koste es, was es wolle. Und es kostet ja nichts mehr. Außer Speicherplatz und Strom fürs Akku. Die alles und alle, vor allem sich selbst abfotografierenden Heerscharen gehen voll auf im Luxus eines Foto-Narzissmus' mit den immergleichen Motiven. Ganz und gar das Gegenteil davon ist bewusste, selbstbewusste kreative Fotografie und ein fotokünstlerischer Anspruch.

Fotografie also zwischen Hobby und Beruf(ung) angesichts eines stetig wachsenden Bilderbergs von allein bei Instagram einhundert Millionen Fotos täglich...

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Beate C. Koehler

 

Portraits 

 

 

 

Für Beate C. Koehler aus Bremen gehört Fotografieren von Kindesbeinen an zu ihrem Leben. Heranreifend zur gewieften Autodidaktin, probiert sie all die Jahre viel aus: Stile, Techniken, Apparate und Themen. Bei ihren aktuellen Kunstprojekten setzt sie sich mit den Facetten menschlicher Identität auseinander und will durch die Verschmelzung zahlreicher künstlerischer Ebenen sowie mit Formen der Collagen die spürbare Vielschichtigkeit und Komplexität der Gesichtsportraits zum Ausdruck bringen.

Ihre ganzheitlichen Portraits des Körpers in Bewegung und konkret beim Tanz, diese Aktstudien, jenseits aller Erotik oder gar Pornografie, werden durch die Unschärfe-Technik, wie sie ein Gerhard Richter berühmt gemacht hat, mitunter so extrem realisiert, dass nur noch leise Andeutungen, nicht viel mehr als Ahnungen von Körpern wahrzunehmen sind. Auch dazu lohnt sich ein vertiefender Blick in die beiden Online-Kataloge ihrer Ausstellung.

 

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Franca Cavagnoli

 

Milano, Milan, Mailand

Die Fotografien der Italienerin Franca Cavagnoli zeigen Hochhauslandschaften, errichtet in Mailand rund um die EXPO 2015, und verweisen auf einen ganz subjektiven Ausgangspunkt, den die Schriftstellerin auch präzise auf den Punkt bringt: Das Spiel mit Perspektiven auf ihren Fotos ist nicht nur ein Abbild der oft exzentrischen Architektur dieser Wolkenkratzer des letzten Jahrzehnts in der norditalienischen Metropole. Es hat auch mit Veränderungen in der Wahrnehmung  der Fotografin Franca Cavagnoli und ihres Gemütszustands zu tun. Nach Monaten totalen Eingeschlossenseins in ihrer Wohnung im ersten harten Lockdown konnte sie nun dort spazieren gehen zwischen und unter diesen Hochhäusern, allerdings mit "verzerrten Sinneswahrnehmungen". Die spiegeln sich, spiegelt sie in ihren Fotografien, nicht aufdringlich, aber durchaus spürbar. Und doch sind ihre Fotos zugleich ein spektakuläres Kontrastprogramm zu den oft tristen Bildern von Giovanni Cerri aus dieser Stadt zu jener Zeit.

 

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Tiberiu Dinescu

 

mittendrin

 

 

 

Tiberiu Mihai Dinescu bezeichnet sich selbst als "Künstler der Bohème". Worauf immer er damit anspielt, vielleicht auch auf seine mäandernde Existenzweise nicht nur als Set- und Making-Off-Fotograf der BBC oder als fotografischer Storyteller bei Band-Tours. Oder als Autor und Blogger, als Champion für Schach und Tischtennis in den Bars der rumänischen Hauptstadt. Und seit einigen Jahren ist er auch bei Instagram und Facebook rege unterwegs.

In seinen beiden Schwarz-Weiß-Sequenzen für KUNO22 bedient er sich einmal der Ganzkörperfotografie einer jungen Frau, was an seine Akt-Fotografien auf KUNOs Online-Galerie vor Jahren anknüpft. Er befleißigt sich nun aber eines eher feinsinnigen Tons der Nachdenklichkeit, angedeutet gleichfalls im melancholischen Titel Zurück in der Leere von Corona. Im ersten Teil seiner Ausstellung dagegen lebt Tiberiu in einer rumänischen Musikkneipe einfühlsam seiner Street Photographie. 

 

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  Einzelausstellung online bei KUNO, Anfang 2023

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